Wormser Winzer im Dialog mit der SPD- Stadtratsfraktion

Nach Landau und Bad Dürkheim ist Worms mit rund 1.500 Hektar bestockter Rebfläche nach Angaben des Oberbürgermeisters Michael Kissel landes- und sogar bundesweit die drittgrößte Weinanbaugemeinde. „In Worms widmen sich junge, qualitätsbewusste Winzer ihren Weinreben, so dass wir Wein auch als eine Frage des Kulturtourismus verstehen“, führte SPD- Fraktionsvorsitzender Timo Horst beim Treffen der sozialdemokratischen Ratsfraktion mit Winzern der Nibelungenstadt aus.

Kultur und Genuss für Touristen?

Als Tor zur größten zusammenhängenden Weinanbaufläche Deutschlands – sprich: Rheinhessen – könne erwartet werden, dass das Thema Wein unter Touristen äußerst beliebt sei. Einerseits wird bei Stadt- Präsentationen wie zuletzt in Bautzen Worms oft mit Weinanbau in Verbindung gebracht, andererseits werden aber die Winzererzeugnisse von Touristen in der Stadt leider noch nicht so wahrgenommen.„In einer Umfrage der Hochschule Worms unter Gästen in der Innenstadt, was und wie Worms wahrgenommen wird, belegte unser Wein nur den neunten Platz“, berichtete Kai Hornuf seitens des Stadtmarketings. Dominiert haben etwa der Wormser Dom, sowie die Nibelungensage. „Wie in den meisten Städten lebt unser Tourismus überwiegend von seinen zentralen Sehenswürdigkeiten“, entgegnete Volker Roth von der städtischen Wirtschaftsförderung. Entlang ihrer Wege falle es klassischen Tagesbesuchern allerdings schwer, Wormser Weine erlebnisorientiert wahrzunehmen. Ohne das Mittun ortsansässiger Winzer und Gastronomen werde sich hieran auch nur wenig ändern. „Wer allerdings über die Festspiele Worms wiederholt besucht und den Dom bereits gesehen hat, schaut sich schon einmal weiter in Worms um“, glaubt Roth an ein dann gezieltes Erkunden der Probier- und Präsentationsstuben in den Vororten. Gegenüber den Winzern regte Roth zudem zu überlegen an, am eigenen Weingut zwei oder drei Wohnmobilstellplätze anzubieten: „Wohnmobilreisende sind eine kaufkräftige Zielgruppe und überdurchschnittlich an Kultur und Genuss orientiert“, warb er abschließend für seine Idee.

Weinstand für Wochenmarkt?

Eine weitere Idee äußerte Horst, indem er an den einstigen Sektstand auf dem Wormser Wochenmarkt erinnerte. „Könnten sich einige Winzer zusammenschließen, um im wöchentlichen Wechsel einen solchen Wein- und Sektstand zu betreiben?“, fragte Horst mit Blick in die Runde. „Ja“, antwortete Jungwinzer Thomas Schäfer vom Weingut, „denn entweder es klappt so gut wie in Mainz oder wir haben zumindest eine gute Idee ausprobiert.“ Bei dem Weinstand möchte die SPD die Winzer unterstützen.

Stadtmarketing plant Treffen mit Winzern

„Kultur, Genuss und Wein bieten für unsere Stadt ein zu großes touristisches Potenzial, als dass wir es ignorieren könnten“, erklärte Kai Hornuf als Geschäftsführer des Stadtmarketings. Um das Thema Wein entsprechend weiter vorwärts bringen zu können, werde eine intensivere Zusammenarbeit des Stadtmarketings mit den Winzern und Gastronomen notwendig. „Für Februar planen wir ein Treffen“, kündigte Hornuf erste Schritte für eine Initiative zugunsten der Lutherstadt an.

Unterdessen verdeutlichten Oberbürgermeister Michael Kissel und SPD- Fraktionsvorsitzender Timo Horst ihre Freude, dass mit der jüngst sechsten Wormser Weinmesse im Wormser auch die Stadt über ihre Tochtergesellschaft der Kultur und Veranstaltungsgesellschaft nicht untätig war: „Worms und sein Wein sind untrennbar miteinander verbunden, so dass wir deshalb das Engagement des Stadtmarketings begrüßen und begleiten werden“, dankte SPD- Fraktionsvorsitzender Horst allen Beteiligten für einen regen Austausch.